Allein oder zusammen: Kirmesburschen und Kirmesmädchen tanzten, dass die Sohlen qualmten, hatten einen Mordsspaß. Sie wollten eigentlich gar nicht mitmachen, erhielten kurzfristig Verstärkung von letztjährig Aktiven: Die Kirmesburschen Mensfelden haben die erste Kreiskirmesburschenmeisterschaft für sich entschieden. Hünfelden-Heringen. Hoch her ging es bei den ersten Kreiskirmesburschenmeisterschaften: Als Spiel zum «Warmmachen» rief DJ Stefan von PLT Music eine «Bierstaffel» aus. Staffelholz war quasi das Bierglas. Die Kirmesburschen mussten zunächst rasch das Bier «vernichten», dann die Halle durchqueren, den nächsten (und übernächsten) Kirmesburschen aktivieren, der das Spiel wiederholte. Der Boden für die eigentlichen Wettkämpfe war bereitet. Übrigens waren die Heringer Kirmesburschen und -mädchen recht stolz auf den Erfolg ihrer Idee mit den Wettkämpfen. Der Einladung, die persönlich bei Kirmesbesuchen in den Nachbargemeinden überbracht und ins Internet gestellt wurde, waren sieben Kirmesgesellschaften gefolgt. Starke Abordnungen aus den Nachbargemeinden Kirberg, Nauheim, Mensfelden, Burgschwalbach, Kaltenholzhausen und Lohrheim bevölkerten das Areal vor und in der TV-Halle. Aus Runkel-Dehrn waren die Kirmesburschen und -mädchen mit einem Reisebus (50 Personen) angerückt. Alle wollten endlich mal klären, welche Kirmesburschen – alle behaupten es von sich – denn tatsächlich die Besten sind. Bei der ersten Disziplin trennte sich schon die Spreu vom Weizen. Hier waren die Geschmacksnerven gefragt, denn es galt, fünf verschiedene Biersorten zu erkennen und ihren Herstellern zuzuordnen. Für drei richtige Antworten punkteten Dehrn, Lohrheim, Burgschwalbach und Mensfelden, Kirberg und Kaltenholzhausen hatten zwei Richtige und Nauheim konnte sich überhaupt nicht festlegen. «So richtig gemein, können nur (Heringer) Kirmesmädchen sein», denn unverkennbar von ihnen kam die zweite Wette. In gestoppter Zeit musste flüssige Sahne mit dem Schneebesen von den Teilnehmern steif geschlagen werden, was damit nachgewiesen wurde, dass der fertige Teilnehmer die Schüssel über seinem Kopf umstülpte. Das ging natürlich nicht ohne weiße Hinterlassenschaften auf Kopf und T-Shirt ab, und im Waschraum der Toilette soll so manche Haarwäsche stattgefunden haben. Im dritten Durchgang mussten die Kirmesmädchen ihre Trinkschnelligkeit mit «entschärftem» Sekt beweisen. Vier Mitspielerinnen pro Mannschaft, bewaffnet mit langen Strohhalmen, vergnügten sich alsdann mit dem Inhalt einer Sektflasche. Als die Jury die Punkte addierte, ergab sich ein Gleichstand zwischen Mensfelden und Burgschwalbach. Die Entscheidung fiel mit einen Bobbycar-Slalom-Rennen durch die Halle mit diversen Zusatzaufgaben. Die Probanden trugen Brillen mit kaum durchschaubaren Gläsern, was dazu führte, das einer bald zum Ausgang hinaus und die Treppen runter gefahren wäre. Mensfelden hatte zum Schluss die Nase vorn, gewann eine Schnapsprobe in einer «Daawerner» Brennerei. Die Zweit- und Drittplatzierten, Burgschwalbach und Kaltenholzhausen, durften sich über 30 und 20 Liter «flüssiges Brot» freuen. Fetzige Musik zum Abtanzen Nicht zu kurz kam beim Wettkampf die Party, und es ist immer wieder eine Freude, zuzuschauen, wie junge Leute mitmachen können, bei der fetzigen Musik abschalten und mal einige Stunden den Alltag hinter sich lassen. Und der geschickte DJ Stefan ließ sie ordentlich mitsingen von «Joana, dem geilen Luder», vom Heimweh, egal, ob «Haam nach Füstenfeld oder Westerland» und bei «Cotton Eye Joe» und DJ Ötzis «Hey Baby, I wanna know, if you be my girl» vibrierten Fußboden und Wände. Ab ging die Party in Heringen. wu «Und die Party geht (weiter) ab» am heutigen Kirmesmontag ab 11 Uhr beim Frühschoppen. Ab 15 Uhr lädt Alleinunterhalter «Berti» zu Tanz und Unterhaltung in die TV-Halle ein und spät am Abend geht sie dann zu Ende, die letzte Kirmes des Jahres im Nassauer Land. wu |